10.08.2009, 11:52 Uhr

Grüne weiter gegen Terminal

Die Grünen sind nach wie vor gegen ein Containerterminal in Teisendorf. Anlässlich eines Mandatsträgertreffens mit Grünen-Kommunalpolitikern aus Piding, Laufen und Teisendorf bekräftigte Marktgemeinderat Edwin Hertlein diese Haltung. Zum einen passe eine solche Anlage nicht nach Teisendorf. Der Standort Teisendorf sei ohnehin nur dritte oder vierte Wahl. Zum anderen sei ein solches Konzept, wie es in Teisendorf vorgesehen sei, noch nirgendwo anders verwirklicht worden.

Überall in Deutschland, wo Containerterminals gebaut worden wären, habe es vor der Errichtung eines solchen Anlage bereits große Unternehmen mit erheblichem Güterverkehrsaufkommen in unmittelbarer Nähe des zu errichtenden Terminals gegeben. Die Situation in Teisendorf sei völlig anders. Ob dann das geplante Konzept aufgehe und sich nach der Errichtung eines Terminals auch wirklich Unternehmen in unmittelbarer Nähe des Terminals ansiedelten, sei völlig offen. Weiter zeigte sich Hertlein darüber verwundert, dass seit dem Grundsatzbeschluß des Marktgemeinderates im September letzten Jahres noch immer nichts konkretes über die exakte Lage des Terminals und dessen Anbindung an das Schienennetz bekannt sei. Nach Informationen der Bürgerinitiative gegen den Containerterminal sei Stand Anfang Juli weder beim Eisenbahnbundesamt, noch bei der Münchner Dienststelle der Bahn, die für die Bereitstellung der Infrastruktur zur Anbindung eines Containerterminal an das Bahnschienennetz zuständig wäre, offiziell nachgefragt worden sei. Merkwürdig ist aus der Sicht Hertleins dieser Sachstand vor allem deswegen, weil bei der Debatte um den Grundsatzbeschluß ein Aufschieben des Beschlusses und eine längere öffentliche Debatte mit dem Argument „wenn ein Thema ansteht, muss es auch behandelt werden“ vom Bürgermeister abgelehnt worden war. „Offenbar hat das Thema jetzt doch mehr Zeit zur Behandlung“, so der Grünen-Gemeinderat. Bemerkenswert fand Hertlein die Einstellung des Vorsitzenden des Zweckverbandes Gewerbeflächenmanagement Berchtesgadener Land, des Bürgermeisters von Saaldorf-Surheim, Ludwig Nutz. Der Zweckverband finanziert die Aktivitäten zur Errichtung eines Containerterminals in Teisendorf. In einem Brief an die Bürgerinitiative hatte sich Nutz vor kurzem vehement für ein Containerterminal in Teisendorf eingesetzt. Als Bürgermeister von Saaldorf-Surheim habe er die Errichtung eines Containerterminals in seiner Gemeinde aber schon vor längerer Zeit abgelehnt. Das sei wohl der klassische Fall eines St. Florians-Prinzips. Den Bürgern seiner Gemeinde wolle er solch ein Terminal nicht zumuten, den Teisendorfer Gemeindebürgern aber schon. Anscheinend glaube auch Nutz nicht an die „Leuchtturmfunktion“ eines solchen Projektes, sonst hätte er sich dieses für seine eigene Gemeinde wohl nicht „durch die Lappen gehen lassen“. Pidings dritter Bürgermeister Dr. Bernhard Zimmer berichtete, dass auch in Piding niemand an die wirtschaftlichen Verheißungen durch ein Containerterminal geglaubt habe und deshalb die Errichtung auf Pidinger Gemeindegebiet einhellig im Gemeinderat abgelehnt worden sei. Als weiteres Contra-Argument sei die große Nähe zu dem Terminalstandort Salzburg zu Buche geschlagen. Man sei davon ausgegangen, dass in so großer räumlicher Nähe zu einem bestehenden Terminal ein weiteres Terminal sich nicht wirtschaftlich betreiben lasse. Laufens Grünen-Stadtrat Georg Linner erläuterte die Hintergründe der Ablehnung eines Containerterminals in Laufen. Grundsätzlich sei es zu begrüßen, wenn LKW-Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werde. Allerdings müsse immer die konkrete Situation bei jedem einzelnen in Frage kommenden Standort geprüft werden. Für ihn habe den Ausschlag gegeben, dass Laufen durch den geplanten Bau der Umgehungsstraße enorme Flächen an landwirtschaftlichem Grund verlieren werde. Vor diesem Hintergrund sei jeder weitere Flächenverlust besonders kritisch zu sehen. Auch er habe letztlich bei Abwägung von Chancen und Nutzen einer solchen Anlage in Laufen mehr Nachteile als Vorteile gesehen. In einem weiteren Tagesordnungpunkt befassten sich Grünen-Mandatsträgernoch mit dem Thema Surgruppe. Darüber erfolgt noch ein gesonderter Bericht.         

Kategorie: Laufen, Piding, Teisendorf, Kreisverband, Bernhard Zimmer, Energie, Infrastruktur, Bildung, Nachhaltigkeit, Transparenz
 

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