25.06.2005, 10:30 Uhr

MOBILFUNK – Aus der Sicht der Mediziner

Bereits zum zweiten Mal lud die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einer Anhörung zu Belastungen durch den Mobilfunk in den Bayer. Landtag . Wurden in der ersten Anhörung vor allem die wissenschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen behandelt, so kamen nun die Mediziner zu Wort.

Dr. Martin Runge, MdL und wirtschaftspolitischer Sprecher, hatte dazu namhafte Fachleute geladen, welche in den Referaten ihre Forschungen und Ergebnisse vorstellten.
Eröffnet wurde die Anhörung von Frau Dr. Cornelia Waldmann-Selsam . Sie berichtete über die von ihr und weiteren 130 Ärzten gegründete „Ärzteinitiative Bamberger Appell“. In dieser Studie wurden anhand von 356 Personen in Oberfranken die Krankheitsfälle aufgelistet, welche in der Nähe von Mobilfunkmasten vorkamen. Erschreckend ist das Ergebnis, dass vor allem Kinder unter dem Elektrosmog der Masten zu leiden haben.

Herr Dr. Horst Eger, ein Allgemeinarzt aus Naila, bestätigt in seiner Naila-Studie die Zunahme von Krebs, besonders bei Jüngeren.
Ein in unserer Region sehr bekannter Mann, Dr. Gerd Oberfeld aus Salzburg, zeigte auf Grund verschiedener Studien aus mehreren Ländern auf, dass in der Nähe von Sendemasten gleiche Krankheitsbilder entstehen. Er arbeitet seit Anfang 2005 an einer eigenen Studie in der Waldorfschule in Salzburg.
Hr. Dr. H.-J. Wilhelm, ein HNO-Arzt aus Frankfurt wies in seinem Vortrag darauf hin, dass im Umkreis von Sendemasten immer mehr Tinnitus festgestellt werden kann, dies aber ohne die dafür typischen Durchblutungsstörungen.

Vom ECOLOG + Forschungszentrum Hannover war Dr. H.-Peter Neitzke vor Ort. Er stellte fest, dass sehr wohl biologische Wirkungen bei Strahlungen bestehen.
Den Abschluss bildete Hr. Prof. Dr. Franz Adlkofer. Der Leiter der REFLEX Studie trug die Ergebnisse und Folgerungen aus der umfassenden 52 monatigen Studie vor. Diese wurde ohne Forschungsgelder der Industrie finanziert. Das erschreckende Ergebnis waren eindeutig festgestellte Genschäden des Erbgutes, welche in der Regel zu Krebs führen. Diese Studie wird aber von der Bayerischen Staatsregierung nicht anerkannt.

Bei der anschließenden Diskussion wurden immer wieder folgende Forderungen gestellt: Erstens müssten bei der Standortwahl von Sendemasten Ärzte hinzugezogen und Messungen einbezogen werden. Unerlässlich seien ferner weitere Untersuchungen und Forschungen. Außerdem müsse der derzeitige Wissenstand besser an die Öffentlichkeit weitergegeben werden.

Technischer Fortschritt sei wichtig – Aber der Mensch MUSS im Mittelpunkt bleiben.
In diesem Zusammenhang soll auf das laufende Volksbegehren hingewiesen werden. Hier werden Forderungen gestellt, welche die Grünen bereits dreimal in den letzten sechs Jahren über Gesetzesentwürfe versucht haben im Landtag durchzusetzen. Diese wurden aber immer wieder von der CSU und SPD abgelehnt.
Im laufenden Volksbegehren kann und soll die Bevölkerung darüber entscheiden, ob weiterhin Tausende von Mobilfunkmasten ohne Genehmigung einfach aufgestellt werden dürfen. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen Laufen bittet alle Bürgerinnen und Bürger ihr demokratisches Recht zu nutzen und sich in der Unterschriftenliste im Rathaus bis zum 18.07.05 einzutragen.

Herbert Fial, Mitglied des OV Laufen, im Gespräch mit MdL Dr. Martin Runge während der Anhörung im Bayerischen Landtag

Kategorie: Laufen
 

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