06.11.2016, 19:44 Uhr

„Skandalös und absolut hirnlos“

Winfried Köpnick kritisiert Ausbau der Bahnhofstraße massiv – Laufens Grüne sehen Schwachpunkte in der Stadt

Grünen-Kreisrat Winfried Köpnick nennt das Ganze „unverantwortlich“. Im oberen Teil der neu gebauten Laufener Bahnhofsstraße parkten beiderseits der Straße Autos, einen sicheren Weg für Fußgänger, für Alte und Kinder aber gebe es nicht. In der jüngsten Ortsversammlung der Laufener Grünen nahm Köpnick kein Blatt vor dem Mund, obschon auch die Grünen im Stadtrat dem Konzept zugestimmt hatten. 

Zwei Varianten lagen dem Stadtrat damals zur Entscheidung vor. Eine mit Gehweg auch im oberen kurvigen Teil und eine ohne – dafür mit Parkbuchten. Stattdessen sollten Fußgänger, die nicht nicht den Fußweg zum Bahnhof wählten, über die Seethalerstraße und den Ferdinand-Joly-Weg gehen. „Auch diese Alternativen sind ohne Gehweg“, bemängelte Köpnick, und ohne entsprechende Hinweise. Generell müsse die Stadt die Sicherheit ihrer Bürger im Blick haben.

Dass sich die Anwohner für die erstere Lösung ausgesprochen haben, sei ja noch verständlich, würden sie doch für den Ausbau zur Kasse gebeten. „Typisch Feil“, ging Köpnick auch mit dem Stadtoberhaupt hart ins Gericht, „wenn es um die Verkehrssicherheit geht, kann ich doch nicht die Anwohner entscheiden lassen.“ Denn: „Wer einen Teich trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.“

„Skandalös und absolut hirnlos“, nannte der Kreisrat die Lösung, „wenn hier etwas passiert, dann war das mit Ansage.“ Kritik auch an anderer Stelle: Als „Vollkoffer“ bezeichnete Köpnick jene Planer, die beiderseits neben der Einmündung der Emil-Paur-Straße in die Bahnhofstraße Stellplätze platziert habe, was die Sicht für alle Beteiligten erschwere.

Stadtrat Erich Althammer verteidigte die Zustimmung im Rat, hätten doch erstens die Anwohner einen hohen Anteil am Ausbau zu zahlen und zweitens seien doch Fachleute am Werk gewesen. Karl Stangassinger jedoch wusste zu berichten, dass dort keiner der Anschlüsse barrierefrei gestaltet sei.

Wie berichtet, hatte eine Schülermutter und 300 Unterzeichner eine Lösung für mehr Sicherheit vor der Grund- und Mittelschule angemahnt. Deren Vorschlag, mit Fahrbahnschwellen den Verkehr zu verlangsamen, war auf dem Verwaltungswege abgelehnt worden. „Zusammensetzen und überlegen“, warb Eder für einen neuerlichen Anlauf. Im Vergleich zum Übergang der Teisendorfer Straße zum Gymnasium sei das nur „ein Kindergeburtstag“, relativierte Stangassinger, der noch weitere vermeintliche Schwachstellen in der Stadt benannte. „Der Mozartplatz ist vogelwild, der gehört umgebaut.“ Der Übergang über die B 20 auf Höhe von Zweirad Eidenhammer sei höchst unübersichtlich und damit gefährlich. Eine vielleicht nicht ganz normgerechte Querungshilfe wäre mit dem Straßenbau mitgegangen. „In der Ramsau geht’s ja auch“, beschrieb der Ex-Stadtrat eine vergleichbare Lösung.

Von: Hannes Höfer

Autos parken beiderseits der Bahnhofstraße, einen Gehweg gibt es im oberen Teil nicht.

„Dort wohnen Menschen, Kinder und Alte“, sagt Kreisrat Winfried Köpnick über die Bahnhofstraße und nennt die Planung „Unsinn“. Fotos: Hannes Höfer

Kategorie: Laufen
 

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